Verlegung der Schwimmbadfolie im Schwimmbecken
Folienverlegung im Schwimmbad
Es gibt zwei Möglichkeiten die Folie zu verlegen.Entweder man lässt sie sich anfertigen und liefern oder vor Ort verlegen. Die fertige Folie ist zwar etwas günstiger, hat aber den Nachteil, dass das Becken exakt gebaut sein muss, da die Folie nur noch sehr wenig Spiel zulässt. Das kann bei Einbauteilen sehr schnell zu einen Problem werden wenn die Folie nach gibt und aus den Dichtungen zieht. Stufen gehen gar nicht höchstens fertige Kunststofftreppen die eingeflanscht werden.
Daher habe ich mich für die Verlegung vor Ort mit Gewerbefolie entschieden. Wenn
man die ganzen Kosten zusammen rechnet fallen die Mehrkosten auch nicht mehr ins
Gewicht. Auch ist die „Vorort verlegt Folie“ qualitativ hochwertiger.
Vom Selber schweißen würde ich abraten. Es sieht zwar einfach aus aber es gehört
viel Erfahrung und Übung dazu. Alleine den Liner sauber aufzutragen, ist eine
Kunst, die man hinterher ewig sieht.
Checkliste bevor die Verlegfirma kommt:
- Alles plan schleifen. Jede Unebenheit sollte gespachtelt und geschliffen sein. Einbauteile bündig.
- Dämmplatten sollten mit einem Netz verputzt werden. Platten alleine reichen nicht, man würde später die Kanten an der Folie sehen.
- Die Oberkante vom Pool muss Beton, Hartholz oder druckimprägniertes Holz sein, damit später die Winkelbleche montiert werden können. KEINE Dämmplatte bis oben.
- Um Kondenswasser ablaufen zu lassen, an den ‚tiefsten‘ Stellen ein Loch durch die Bodenplatte bohren. Vorsicht, wenn der Grundwasserspiegel über der Bodenplatte liegt. Am einfachsten findet man die Stelle, indem man Wasser ins Becken gibt. An den Stellen an denen es als letztes trocken wird, sind die an denen sich das Wasser sammelt.
- Den Boden auch spachteln oder mit Ausgleichsmasse ebnen. Achtung bei den Bodeneinbauteilen.
- Bitumen hat unter der Folie nichts verloren!
- Jede Unebenheit zeichnet sich später durch den Wasserdruck auf der Folie ab. Dort sammelt sich zudem der Dreck und wird durch Unterwasserscheinwerfer noch verstärkt.
- Die Fronten der Einbauteile müssen alle frei von Spachtel und Dreck sein. Auf diese werden später die Dichtungen geklebt und dichten nur wenn sie sauber sind.
- Prüfen, ob in den Einbauteilen alle Gewinde frei von Dreck sind. Also alle Schrauben probeweise eindrehen.
- Überprüfen, ob alle Schrauben noch da sind und mit den restlichen Teilen beschriftet extra verpacken. Damit die Monteure wissen was wohin gehört. Vor allem die USW, da sie zum Einbauen fast komplett zerlegt werden müssen.
- FUNKTIONIERENDE TECHNIK. Wenn die Folie verlegt ist geht es los. Sprich, es muss Wasser eingefüllt werden, um die Einbauteile einzudichten. Damit beginnt auch das Wasser zu arbeiten und man braucht eine funktionierende Pooltechnik!
- Wasseranschluss bis zum Pool. Am besten alle ‚Stecksysteme‘ vom Schlauch entfernen. Wenn man sich die Stecksysteme anschaut sieht man, dass innen nur ein kleines Loch ist, durch das das Wasser kann. Mit Schlauchschellen und offenem Schlauch war mein Pool in ca. 1 ½ Tagen befüllt.
- Bilder und noch mal Maße nehmen für ein Angebot. Auch alle Einbauteile aufführen.
- Rechtzeitig einen Termin machen. In der Saison sollte man 3-4 Wochen Vorlauf einplanen. Ein Verleger der innerhalb von ein paar Tagen Zeit hat....
Auswahl der Schwimmbadfolie
Ist natürlich Geschmackssache. Ein Problem ist die Farbwahl. Die Farben unterscheiden sich von den Bildern im Internet, bei Sonne, unter Wasser, Schatten vom Beckenrand und Musterstücken in einem Büro. Und ein kleines Musterstück sieht anders aus, als wenn man ein paar Quadratmeter vor sich hat. Muster oder kein Muster? Ein Muster sieht edel aus und hat den Vorteil, dass man den Dreck nicht so sehr sieht. Man kennt das von den Bodenbelägen in billigen Hotels. Ich habe lange überlegt auch ein Muster für die Wände zu nehmen. Doch das ist zu viel. Es wirkt ‚Too much‘ und auch die Verlegefirmen haben mir davon abgeraten. Bei jedem Pool, bei dem auch Muster an den Wänden war wirkte es zu drückend, ungut und unruhig auf die Augen. Dann eher eine Folie mit Bordüre. Diese kaschiert auch schön die Kalkränder vom Wasser und den Unterschied, wenn die Folie über dem Wasser eine andere Farbe als unter Wasser annimmt. Leider war die Folie mit Bordüre, die ich haben wollte nicht nach Österreich lieferbar. Daher erstmal einfarbig und im Herbst kommt dann eine Bordüre auf die Folie geklebt. Evtl. dann auch ein Motiv auf den Boden.
Normalerweise macht man die Treppenstufen dunkler wegen dem Schmutz. Ich fand
aber auf Testbildern, dass die Treppe besser ins Bild passte mit hellen Stufen.
Die Folie auf den Stufen ist genoppt. Aber man merkt es kaum, wenn man drauf
sitzt und ist trotzdem leicht zu reinigen.
Die gängigsten Farben für einen Pool sind Blautöne, gefolgt von Sandfarben und
neuerdings in einer Edelstahloptik. Am besten ein Foto vom Pool machen und am PC
mal einfärben und nach persönlichem Geschmack entscheiden, oder sich bei anderen
Poolbesitzern umschauen.
Es gibt fertige Motive, die auf den Boden geschweißt werden. Sie lassen einen Pool wirklich edel aussehen. Nur sind sie unverhältnismäßig teuer, wie etwa Poolrandsteine. Daher mein Tipp: lasst euch Folie zuschicken und schneidet ein individuelles Muster selber. Das Muster kann dann bei der Verlegung ohne Problem drauf geklebt werden (Beim Angebot nicht vergessen zu erwähnen). So hat man wirklich ein Unikat im Pool und nicht immer nur Delphine oder Windrosen im Pool.
Verlegung der Folie
Die Folie selber zu verlegen ist mir zu riskant, da man jeden Fehler später
sehen würde. Alleine das Verschweißen der Ecken ist eine Kunst für sich. Ich
hatte zuerst überlegt, die Winkelbleche und das Vlies selber zu verlegen. Aber
die meisten Poolbauer bieten alles inklusive an. So gibt es später auch keine
Probleme mit der Garantie wer was woran Schuld ist. Außerdem hat der Verleger
für alles das passende Werkzeug und Befestigungsmaterial. Es muss heute auch
kein Anti-Schimmelmittel mehr auf das Vlies und den Untergrund aufgetragen
werden. Das Vlies ist von Haus aus mit einem Mittel gegen Schimmel, Pilze etc.
durchtränkt.
Die ganze Verlegung hat einen Tag gedauert. Wenn man sieht, wie sauber und genau
alles verlegt wird ist man sich sicher, das Richtige getan zu haben und die
Arbeit an eine Fachfirma abzugeben.
Da bei mir alles bestens abgelaufen ist, will ich hier auch die Firma
www.blitz-pool.at
empfehlen, die die Verlegung bei mir gemacht hat. Am besten man fragt in
diversen Foren nach und sucht sich einen Verleger nach Empfehlung. Es gehört
wirklich viel Erfahrung dazu, Folie zu verlegen. Auch hier gilt günstig ja
billig nein.
Wie bei allen Handwerkern sollte man auch hier Anstand zeigen. Den Arbeitern was
zu essen und zu trinken anbieten. Sie müssen dann nicht extra mittags los sich
eine Gaststätte suchen. Die Arbeit unter freien Himmel bei Sonne ist nicht
leicht. Schon gar nicht auf dem Boden. Auch sind sie für eine ‚tragende‘ Rolle
dankbar. So kann man beim Arbeiten zusehen ohne mit den Händen in der Tasche am
Beckenrand ‚kluge‘ Tipps zu geben ;-)




Anschweißen der Gewerbefolie.
Wenn die Folie im Becken soweit bis zu den Stufen fertig ist, wird Wasser
eingelassen bevor die Einbauteile in den Wänden montiert werden. Das Wasser
drückt die Folie an die Wände und strafft sie. Wären die Einbauteile schon
montiert bestünde die Gefahr dass die Folie zwischen den Dichtungen zieht und
undicht wird. Daher, wie oben schon erwähnt, für genug Wasser sorgen indem man
die ganzen Stecksysteme vom Schlauch entfernt und den Schlauch mit einer
Schlauchschelle direkt auf den Wasserhahn montiert. Es dauert etwa 2-3 Stunden
bis genug Wasser im Becken ist, um die Einbauteile zu montieren.










Schwimmbadfolie an den Stufen.
In dem Moment, wenn das Wasser läuft sind alle anstrengenden Arbeiten, die vorher waren, vergessen. Nun heißt es Augen auf die Pooltechnik.




Einbauteile im Pool. Erstes Wasser im Pool.















