Pooltechnik *in Planung Bilder kommen später
Nun geht es an den Betrieb des Pools. Sobald Wasser drinnen ist beginnt die Arbeit. Das Wasser muss gereinigt und gepflegt werden. Egal ob der Pool nun ständig in Betrieb ist oder nur gelegentlich. Das System ist recht 'einfach'. Erst wird das Wasser physikalisch reinigt und aufbereitet.
Filtertechnik
Immer zuerst das Wasser physikalisch von Dreck, Verunreinigungen und was sich sonst noch so alles im Pool ansammelt filtern, damit die Aufbereitung danach keine Schäden nimmt oder Dreck die Messfühler beeinträchtigt. Das Wasser sollte zwei Mal pro Tag umgewälzt werden. Zu welchen Zeiten hat jeder seine eigene Philosophie, daher später mehr.
Kartuschenfilter
Für kleine Pools gibt es Kartuschenfilter. Sie sind recht einfach aufgebaut. Das Wasser wird durch einen Zellulose / Textilfilter gepumpt und reinigt somit das Wasser. Die Wartung ist sehr einfach, da es kein Rückspülen gibt und der Filter einfach ausgewechselt werden kann. Da man nicht Rückspülen muss, ist der Wasserverbrauch auch nicht so hoch. Chlortabs können einfach in den Filter gelegt werden. Die Nachteile sind, dass das System nur für kleine Becken (etwa bis 25m³) also Plantsch und kl. Aufstellbecken geeignet ist, da die Pumpen nur eine sehr geringe Förderleistung haben. Zudem sind die Kosten für ständig neue Filterkartuschen recht hoch, auch wenn man sie selber reinigen kann. Die Kartuschen sind sehr schnell dicht, da sie feiner sind als Sandfilter. Daher müssen sie öfters gereinigt werden, da sonst die Filterleistung stark abnimmt. Und auch die Betriebsdauer liegt weit unter dem Sandfilteranlagen. Es gilt:2,5 m² Filter pro m² Filteroberfläche
Sandfilter
Die wohl am weitverbreitetes Filterpumpen sind Sandfilter. Das Wasser wird
mit einer Pumpe durch einen Sandfilter (Quarzsand) gepumpt. Also erst die
Pumpe, dann der Sandfilter. Daher sollte unbedingt ein feines Netz (Es geht
auch eine Damenstrumpfhose) im Skimmerkorb sein auch wenn die meisten Pumpen
einen Fasserfänger haben. Haare schaffen es die Pumpe zu blockieren. Ein
Druckmesser zeigt am Filterkessel durch Druckanstieg an, das der Sandfilter voll
ist. Und Rückgespült werden muss.
Berechnung Pumpengröße:
Das Wasser sollte innerhalb von 8 Std. zwei mal umgewälzt werden. Da
die Pumpe etwa 8Std am Tag laufen sollte wird das Wasser also 2 mal am Tag
umgewälzt. Bei meinem Pool mit 50m³ Wasser sollte die Pumpe also min. 12,5m³ / h
schaffen. (2 x 50m³ / 8Std). Soweit die Theorie. Da aber die Pumpe einen
Druckverlust durch den Sandfilter hat, sollte man eine Nr. größer nehmen oder
darauf achten, dass die Leistung bei 8 Meter Wasserhöhe erreicht wird. Bei jeder
guten Pumpe ist ein Leistungsdiagramm vorhanden. Auch sollte man berücksichtigen,
wenn die Pumpe weiter weg vom Pool, etwa im Keller oder in einer Garage steht.
Beim Zuheizen mit Solar sollte sowieso eine zusätzliche Pumpe eingebaut werden,
damit die Steuerung getrennt vom Filter arbeiten kann. Bei Salzwasser darauf
achten, dass die Pumpe salzwasserbeständig ist. Zudem sollte unbedingt eine
selbstsaugende Pumpe gekauft werden. Bei normalen Pumpen kann es bei Trockenlauf
zum Schaden an der Pumpe kommen. Die kann, z.B. beim Anschluss eines Bodensauger
kommen, auch wenn der Schlauch vorher befüllt werden sollte. Wenn die Pumpe über
dem Wasserspiegel steht muss auf jeden Fall eine selbstsaugende Pumpe und ein
Rückschlagventil eingebaut
werden.
Größe Filterkessel
Der Filterkessel muss für die Pumpe groß genug sein, damit es zu keinem
Druckverlust kommt. Und Druckgeprüft bis 2.5 Bar sein. Die meisten
Kesselhersteller geben an, wieviel Wasser / Std. durch den Kessel gelangen
kann. In etwa sind dies: 40cm - 6,5m³/Std, 45cm - 8,5m³/Std, 50cm 10m³/Std,
55cm 12 m³/Std, 60cm 14,5m³/Std. Das hängt aber je nach Aufbaubau des Kessels
ab. So gibt es zum Beispiel auch Hochschichtsandfilterkessel oder geteilte
Filter. Also sollte bis 50m³ Beckeninhalt der Kessel 45-50 cm , bis 60m³ der
Kessel 50-55cm und bis 85m³ der Kessel 60-65 cm haben. Je größer der Kessel, umso mehr Schmutz kann zurückgehalten werden. Die Kessel sind meist aus GFK oder
Edelstahl. Achtung Edelstahl, Chlor und Salz können auch das beste Edelstahl
zum Rosten bringen, daher hier besonders auf die Wasserwerte achten! Es gibt die
Kessel geschlossen und zweigeteilt. Der Geschlossene ist druckbeständiger, beim
Geteilten kann man dafür den Sand leichter wechseln. Auf jeden fall sollte der
Kessel einen Manometer haben, damit man ablesen kann, wann der Filter verdreckt
ist. Der Hersteller gibt an, welche Körnung der Quarzsand haben sollte. Bei
Hochkesseln kommen zwei unterschiedliche Körnungen in den Filter. Wenn Sand ins
Becken gespült wird, ist die Körnung zu klein oder der Quarzsand war nicht
gereinigt. (Siehe Befüllung und betrieb)
Um für 'kristallklares' Wasser den feinen Dreck aus dem Wasser zu bekommen, wird ein Flockungsmittel ins Wasser gegeben. Das Flockungsmittel bindet Kleinstteile damit sie nicht durch den Sandfilter kommen. Achtung unbedingt die Dosierung und den vorgegebenen PH-Wert des Mittels einhalten. Flockungsmittel ist für Kartuschenfilter nicht geeignet da sie den Filter verstopfen können.
6 Wege- Ventil
An die Filteranlage sollte unbedingt ein 6 statt 4 Wege Ventil angeschlossen sein. Die sechs Stellungen sind:
- Filtern (Normalbetrieb das Wasser wird durch den Sandfilter gedrückt). Das Manometer zeigt ~0,8 kg./cm2 - 11,4 PSI im Normalbetrieb an.
- Rückspülen o. Spülen (Das Wasser wird umgekehrt durch den Filter gepumpt, um den Schmutz vom Filtersand zu lösen und in die Kanalisation zu pumpen). Ab etwa 1,3 kg./cm2 - 18,5 PSI ist der Filter dicht und sollte rückgespült werden. Ideal ist, wenn im Rücklauf ein Schauglas ist um zu sehen, wenn der ganze Dreck raus ist. 2-3 Minuten sollten aber in der Regel reichen.
- Nachspülen (Sollte nach dem Rückspülen kurz gewählt werden. Statt wie beim Filtern, wird das Wasser auch in den Kanal gespült. So wird verhindert das aufgewirbelter Dreck durch das Rückspülen in den Pool gelangt) eine Min. sollte reichen.
- Entleeren. (Das Wasser wird am Filter vorbei in den Kanal gepumpt). Dies dient zum entleeren des Pools wenn z.B. kein Ablauf unterhalb des Pools vorhanden ist. Das Wasser wird aus dem Pool gepumpt. Damit beim Abpumpen keine Luft in die Pumpe kommt, sollte alles bis auf dem Bodenablauf geschlossen werden.
- Zirkulieren. (Das Wasser wird am Filter vorbei zurück in den Pool gepumpt. So wird ein höherer Durchsatz erreicht, um das Wasser schneller umzuwälzen, etwa nach der Beigabe von PH-)
- Geschlossen. (Alle Leitungen zu. Der Pool ist außer Betrieb und es kann
kein Wasser durch etwa einen undichten Filter aus dem Pool laufen. Z.B.
Wartungsarbeit um den Faserfilter an der Pumpe zu reinigen)
Bei jedem Umstellen des Ventils die Pumpe ausschalten, da sonst Sand ins
Ventil gelangen kann!
Womit man das nächste Extra einbauen sollte. Eine Handsteuerung für die
Filterpumpe
Pumpensteuerung
Auto / Hand / Aus
Mit
einer Zeitschaltuhr wird über eine Schütz (Stromlos offen) die Filterpumpe und
die Dosieranlage gesteuert. Es klingt zwar selbstverständlich trotzdem sollte
man nicht vergessen, dass die Dosieranlage nur zusammen mit der Filterpumpe arbeiten
sollte.
Für Wartungsarbeiten ist eine Drehschalter mit den Stellungen Hand / Auto /
Aus, eingebaut.
Hand - Pumpe eingeschaltet
Auto - Pumpe läuft über die Zeitschaltuhr
Aus - Pumpe abgeschaltet, etwa um das Mehrwegeventil umzuschalten.
Zeitschaltuhr für den Poolfilter
Wie schon erwähnt sollte der Pool zweimal am Tag umgewälzt werden. Jedoch macht es keinen Sinn, einmal am Tag die Pumpe für 8 Std. laufen zulassen. Sondern man sollte die acht Std. auf den Tag verteilen. Etwa 4x 2 Std. Ob nun Nachts, während der Badezeit, oder Mittags sollte jeder für sich ermitteln. Bei etwa lauten Pumpen sollte die Mittagszeit und Nachtruhe übersprungen werden. (Es gibt aber neuerdings Pumpen, bei denen man die Drehzahl reduzieren kann und sie dadurch leiser werden). Tagsüber bei Hitze arbeitet das Wasser mehr und sollte öfters gefiltert werden als nachts. Da an der Filterpumpe auch die Wasseraufbereitung hängt und man ins saubere Wasser steigen will, sollte sie vor / während der Badezeit laufen. Also muss jeder für sich festlegen, wann es für ihn optimal ist. Bei mir läuft die Pumpe von 9-13 und 15-19 Uhr.
Zeitschaltuhr Analog contra Digital
Messwerte, Zeituhren, etc. gibt es mittlerweile alle als schicke digitale
Ausführungen mit allen erdenklichen Schnickschnack. Meine persönliche Meinung
ist jedoch analog rules. Aus ganz einfachen Gründen. Wenn auf einer Digitalanzeige
23 irgendwas steht, weiß keiner auf Anhieb ob dies viel, wenig oder gut ist.
Wenn bei einer Analogen Anzeige die Nadel ganz links oder auf Vollanschlag steht
sieht man auf den ersten Blick, dass etwas nicht stimmt, vor allem wenn man den
'grünen' Bereich vorher mit einem Stift markiert. Man muss sich darauf verlassen,
dass bei digitalen Anzeigen auch der Fühler / Sensor funktioniert.
Bei Analogen Zeituhren sieht man sofort anhand der Pins, welche Zeit eingestellt
ist, ohne sich durch ein Menu drücken zu müssen. Und es stellen sich nicht Fragen,
wie läuft das Programm weiter, wenn ich per Hand auf Betrieb stelle. Geht die
Pumpe nachts wirklich an? Was ist nach einem Stromausfall? etc. Daher habe ich
mich, wo es geht, für analoge (Anzeige) Technik entschieden, da sie viel einfacher
abzulesen ist.
Ein Detaillierter Schaltplan der Filtersteuerung kommt später.
Kurze Anmerkung Strom am Pool
Potentialausgleich - Fi - Überspannungsschutz / Blitzschutz
FI (Fehlerstromschutzschalter 30mA) -Ein muss.
Ein Fi mist ganz 'simple' die Summe der ab und eingehenden
Ströme. Sollte eine Differenz, etwa durch Ströme über den Erder oder
schlimmstenfalls
durch den menschlichen Körper zur Erde gemessen werden, löst er aus. Der Schwellwert
zum auslösen liegt bei, für den Körper, ungefährlichen 20mA.
Kasskadieren von FI: Sollte im Haus bereits ein FI installiert sein und man
den Pool mit einen separaten FI absichern will gibt es zwei Möglichkeiten. Den
neuen FI parallel installieren (Empfohlen) oder ihn in Reihen zu schalten.
Für die Reihenschaltung wird ein spezieller selektiver FI benötigt.
Es gelten besondere Anforderungen für elektrische Anlagen rund um einen Pool.
Sie sind genauer in der DIN VDE 0100-702 geregelt
Überspannungsschutz
Da der Pool im Freien steht kann schnell Überspannung entstehen und diese
sollte zum Stromnetz im Haus gesichert werden.
Potentialausgleich
Wichtig. Aufgrund der Entfernung zum Hausnetz entstehen Potentialunterschiede.
Diese müssen durch Potentialausgleich (TN TT LPZ) gesichert werden. Mann stelle
sich mal vor, man nimmt ein metallenes Gerät mit einer Verlängerung vom Haus
zum Pool und fasst dort einen Erder an, da hilft auch kein FI. Der PE (Gn/Gl)
der Stromzuleitung ist KEIN Potentialausgleich.
Prinzipiell wird sternförmig von der Potentialausgleichschiene zu den Erdungspunkten
geerdet. Springen von einen Erdungspunkt zum nächsten ist ein absolutes NoGo.
http://de.wikipedia.org/wiki/Potentialsteuerung
Da die Anforderungen Unterschiedlich
sein können gebe ich hier keine Erklärung zum Potentialunterschied. Genauer
Infos gibt es z.B. bei
Dehn.
Wie bei allen Elektroarbeiten, sollten Sie von einem Fachmann durchgeführt werden.
Der kann genau sagen, was installiert werden muss.
